04.05.2016

Wenn der Chef den Lohn nicht zahlt

Gutes Geld für gute Arbeit: Die zuverlässige Entlohnung am Monatsende ist für viele Arbeitnehmer eine Selbstverständlichkeit. Was aber, wenn der Chef nicht pünktlich oder vollständig oder gar nicht zahlt?

Hier sollten Arbeitnehmer schnell aktiv werden, denn neben regelmäßigen Verjährungsfristen können vertragliche Ausschlussfristen den Anspruch auf Gehalt oder die Abrechnung von Krankheitstagen, Urlaubstagen, Überstunden und Sonderzahlungen – in diesen Fällen gibt es häufiger Streit – mitunter recht schnell verfallen lassen.

Die regelmäßige gesetzliche Verjährungsfrist für den Anspruch auf Lohnzahlungen im Arbeitsrecht  lässt dem Arbeitnehmer ein großzügiges Zeitfenster, um seinen Entgeltanspruch einzufordern. Sie beträgt drei Jahre und beginnt erst am Ende des jeweiligen Kalenderjahres.

Problematischer sind so genannte Ausschlussfristen, wie sie in vielen Arbeitsverträgen und Tarifverträgen enthalten sind. Hier betragen die Fristen oftmals nur wenige Monate. Macht der Arbeitnehmer seinen Anspruch nicht innerhalb dieser Frist in der vorgeschriebenen Form geltend (meist: schriftlich!), verfällt er und kann in der Regel auch nicht mehr vor Gericht eingefordert werden.

Mahnt der Arbeitnehmer die Entgeltzahlung formgerecht innerhalb der vorgegebenen Frist an und bezahlt der Arbeitgeber dennoch nicht, ist Klage beim Arbeitsgericht einzureichen. Auch hierfür können im Arbeits- oder Tarifvertrag bestimmte Fristen vorgesehen sein, die unbedingt einzuhalten sind.

Fazit: Bleibt der Lohn aus, ist schnelles Handeln gefragt. Es ist genau zu prüfen, ob und welche Ausschlussfristen der geltende Arbeits- oder Tarifvertrag ausweist und der Anspruch entsprechend der vorgegebenen Form einzufordern. Im Zweifelsfall kann der Betriebsrat oder ein Rechtsanwalt für Arbeitsrecht helfen.

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