06.08.2014

Die Kündigung im Arbeitsrecht – Wie soll sich ein Arbeitnehmer verhalten?

Viele Arbeitnehmer sind überrumpelt, wenn sie eine Kündigung erhalten und wissen erst einmal gar nicht, wie sie sich verhalten sollen.

Hinzukommt, dass der Arbeitgeber in der Regel keinen Kündigungsgrund in das Kündigungsschreiben aufnimmt. Diesem kann man vielmehr nur entnehmen, ob es sich um eine fristlose oder ordentliche Kündigung zum nächst möglichen Termin handelt.

Zwar wird in den meisten Fällen mit dem Arbeitnehmer ein Gespräch geführt, in welchem dem Arbeitnehmer auch die Kündigungsgründe mitgeteilt werden. Nicht immer ist dies jedoch der Fall oder die vorgebrachten Gründe sind vorgeschoben, so dass der Arbeitnehmer gar nicht weiß, warum das Arbeitsverhältnis nun letztendlich mit ihm beendet wurde.

Aus diesem Grund ist es für den Arbeitnehmer auch schwer zu entscheiden, ob er sich erfolgreich gegen die Kündigung wehren kann.

Vorsicht: Im Zweifel lieber nicht unterschreiben!

Auf jeden Fall sollte der Arbeitnehmer bei Erhalt der Kündigung keine weiteren Vereinbarungen unterschreiben. Lediglich der Erhalt der Kündigung kann bestätigt werden. Häufig wird dem Arbeitnehmer aber gleichzeitig ein Abwicklungsvertrag angeboten. Unterschreibt der Arbeitnehmer eine solche Vereinbarung und die Kündigung war gar nicht wirksam, ist dennoch das Arbeitsverhältnis durch den Abwicklungsvertrag beendet. Der Arbeitnehmer kann sich nicht mehr erfolgreich gegen die Kündigung wehren. Sollte der Arbeitgeber tatsächlich dem Arbeitnehmer ein Angebot für eine einvernehmliche Beendigung des Arbeitsverhältnisses machen, vielleicht auch mit einer Abfindungszahlung, sollte der Arbeitnehmer sich stets Bedenkzeit einräumen lassen, damit er diesbezüglich anwaltlichen Rat einholen kann.

Gleiches gilt, wenn dem Arbeitnehmer eine Kündigung nur angedroht und ein Aufhebungsvertrag angeboten wird.

Bei Kündigung: Fristen beachten!

Auch wenn dem Arbeitnehmer keine weiteren Vereinbarungen angeboten werden, sollte er umgehend nach Erhalt der Kündigung einen Rechtsanwalt aufsuchen. Gegen eine Kündigung muss nämlich innerhalb von drei Wochen nach Zugang Klage beim Arbeitsgericht eingereicht werden. Wird diese Frist versäumt, dann gilt die Kündigung als wirksam und der Arbeitnehmer kann sich nicht mehr gegen die Kündigung wehren.

Der Rechtsanwalt wird dann überprüfen, ob Kündigungsschutz nach dem Kündigungsschutzgesetz gegeben ist, Kündigungsgründe bestehen und wie die Erfolgsaussichten bei Gericht sind.